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Deutschland: kein typisches Weinland

Weine aus Deutschland besitzen seit Jahrhunderten einen sehr guten Ruf, wobei man Deutschland allerdings kaum als typisches Weinland bezeichnen kann. - Der Weinanbau beschränkt sich in Deutschland - abgesehen von wenigen Ausnahmen -fast ausschließlich auf den Südwesten. Hauptsächlich werden die Reben im Tal des Rheins und seiner wichtigsten Nebenflüsse angepflanzt. Die Weinanbaufläche in diesen Gebieten liegt bei etwa 106.000 Hektar, das sind im Vergleich zu Frankreich gerade einmal 11 Prozent der französischen Rebflächen.

Auch beim Genuss von Wein verhalten sich die Deutschen eher zurückhaltend, wobei es regionale Unterschiede gibt. - In der Nähe der und in den bekannten Weinerzeuger-Gebieten wird deutlich mehr Wein getrunken, als in den anderen Teilen Deutschlands. Der statistische Durchschnittsdeutsche kommt auf einen Weinverbrauch von nur etwa 23-24l pro Kopf, wobei davon oft nicht einmal die Hälfte auf heimische Weine entfällt. In diesem Zusammenhang kann festgestellt werden, dass Deutschland zu den größten Weinimporteuren weltweit zählt.

Das kühle Klima in Deutschland, welches selbst in heißeren Jahrgängen eine frische Säure in den Trauben zurücklässt, hat dazu geführt, dass Deutschland als europäisches Weißweinland schlechthin gilt. - Die deutschen Weinberge sind zu 75 Prozent mit weißen Rebsorten bestockt.

Außerdem besitzen deutsche Weißweine eine lange Tradition: So war der Wein, der bei der offiziellen Eröffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869 ausgeschenkt wurde, ein Riesling aus Deutschland. Zu jener Zeit waren die deutschen Weißweine in aller Welt gefragt. In den Königshäusern wurden Weißweine von Mosel und Rhein serviert. Besonders die Engländer mochten den "Hock", wie der deutsche Weißwein von ihnen als abfällige Verkürzung des Namens Hochheim genannt wurde. Den Briten ist es auch zu verdanken, dass die französischen Truppen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges die Weinberge des Rheingaus nicht zerstörten.

Das Weingesetz von 1971 sorgte letztendlich dafür, dass der gute Ruf der deutschen Weine in der Welt verklang. Dieses Gesetz ließ es zu, dass auch Weine minderer Qualität mit Etiketten angesehener Namen versehen werden durften. So konnten sämtliche Weine der Mittelmosel beispielsweise mit dem Namen Bergkastel angeboten werden. Eine Unterscheidung zwischen Qualitätswein und minderwertigem Massenprodukt wurde damit für die Konsumenten so gut wie unmöglich.
Auch wenn Deutschland allgemein ein Weißweinland ist, werden in Deutschland auch exzellente Rotweine erzeugt. - Baden bringt beispielsweise edle, feine Spätburgunder hervor. Aus Württemberg kommen helle Trollinger und kräftige Lemberger. Dunkle Dornfelder werden in der Pfalz gekeltert und da Ahrtal bringt hervorragend dichte Spätburgunder auf den Markt. Oft findet dabei auch eine klassische Reifung im Eichenholzfass (Barrique) statt.

Der Portugieser, die zweithäufig angebaute rote Rebsorte nach dem Spätburgunder in Deutschland, führt zu qualitativ weniger bemerkenswerten Weinen. - Meist erfolgt deshalb eine Weiterverarbeitung zu Roséweinen.